Sie befinden sich hier: Gesundheit für alle
10.09.2010
Achtung Zecken! Gebiete weiten sich aus

Achtung Zecken! Gebiete weiten sich aus

Zecke

Immer mehr Gegenden sind mittlerweile „Zeckengebiete“. Einen wirksamen Schutz gegen die durch Zeckenbisse übertragene FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) bieten Schutzimpfungen. Menschen, die in Risikogebieten leben, sollten sich vorsorglich impfen lassen.

Nahezu ganz Süddeutschland ist Zeckengebiet – entsprechend hoch ist das Risiko einer durch Zeckenbisse hervorgerufenen Infektionserkrankung. Dabei ist die Zecke allein nur ein Teil des Problems. Gefährlich wird es, wenn die Zecke selbst von Viren oder Bakterien befallen ist – dann kann es zu lebensbedrohlichen Infektionen kommen. Während es gegen die Borreliose keinen vorbeugenden Impfschutz gibt, kann man sich gegen die FSME  impfen lassen.

Gerade Menschen, die in Zeckengebieten wohnen, sollten diesen Impfschutz nutzen. Wer seine Urlaubsreise in einem Zeckengebiet verbringen will, sollte ebenfalls die Möglichkeit der Impfprophylaxe nutzen. Auch in diesem Fall übernimmt die BKK Hoesch die Kosten für die Schutzimpfung.

FSME wird durch ein Virus übertragen. Die Infektion kann eine lebensgefährliche Entzündung der Hirnhaut, des Gehirns, der Nerven und des Rückenmarks hervorrufen.
Borreliose ist eine Multisystemerkrankung, die alle Organe des Körpers befallen kann. Sie wird durch Bakterien verursacht. Eine kreisrunde Rötung im Bereich der Bissstelle ist ein sicheres Zeichen für eine Infektion. Da muss sofort ein fachkundiger Arzt aufgesucht werden.

Wie verhält man sich bei Zeckenbissen?

Eine vollkommene Sicherheit gegen Zeckenbisse gibt es nicht. Einen gewissen Schutz vor Zeckenbissen bietet geschlossene Kleidung, um möglichst viel Hautpartien abzudecken. Da Zecken hauptsächlich im Unterholz und an Gräsern sitzen, ist es vor allem sinnvoll, Socken über die Hosenbeine zu ziehen. Keinen großen Nutzen erzielen nach Angaben des Mainzer Gesundheitsministeriums insektenabweisende Mittel.

Außerdem sollte man hohes Gras, Gebüsch und Unterholz so gut es geht meiden. Nach einem Aufenthalt in Biotopen der Parasiten sollte man Kleidung und Haut gründlich nach den Tieren absuchen. Zecken beißen nicht immer sofort zu, sondern suchen zunächst nach einer geeigneten Körperstelle mit weicher und warmer Haut. Dabei kriechen sie auch über die Kleidung.

Hat eine Zecke bereits zugebissen, ist für das weitere Vorgehen Folgendes zu beachten: Während Viren der FSME in den Speicheldrüsen der Zecken sitzen, befinden sich die Borrelien zunächst im Mitteldarm der Tiere. Das hat zur Folge, dass FSME-Viren direkt mit dem Biss übertragen werden. Bei Borrelien dagegen geht man davon aus, dass sie erst zu einem späteren Zeitpunkt während des Saugaktes in den Wirt gelangen. Daher ist es besonders zur Verhinderung dieser Krankheit wichtig, eine Zecke so schnell wie möglich zu entfernen.

Auch bei der Entfernung von Zecken können Fehler gemacht werden: Viele «Geheimtipps» wie das Abbrennen der Parasiten oder das Drauftröpfeln von Öl schaden oftmals mehr als sie nützen. So gibt eine Zecke, die unter Öl oder Creme zu ersticken droht, in ihrem «Todeskampf» erst recht Erreger in die Wunde ab, erläutert ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Auch das Quetschen der Zecke kann schädlich sein.

Als beste Entfernungsmethode raten die Experten dazu, die Zecken vorsichtig mit einer feinen Pinzette oder mit einem Skalpell zu entfernen. Dazu setzt man dicht über der Haut an und zieht oder hebelt die Zecke vorsichtig heraus. Wer sich nicht sicher ist, die Zecke richtig entfernen zu können, sollte einen Arzt aufsuchen.

Zecken-Legenden: Die sechs häufigsten Irrtümer über die Parasiten

Nach wie vor kursieren viele falsche Vorstellungen über Zecken und den von ihnen übertragenen Krankheiten. Die sechs häufigsten Irrtümer sind:

  1. Zecken fallen von den Bäumen.
    Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen. Sie warten im Gras, im Unterholz und in Büschen auf Warmblüter, die die Zecken im Vorbeigehen abstreifen.
  2. Vor allem Jäger und Forstarbeiter sind gefährdet.
    90 Prozent der FSME-Infektionen ziehen sich die Patienten bei Freizeit-Aktivitäten wie Gartenarbeit, Campen und Wandern zu.
  3. Die Krankheit kommt nur im Frühsommer vor.
    Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) tritt zwar gehäuft zu Beginn des Sommers auf, dennoch gibt es Erkrankungen auch schon im Frühjahr und bis in den Herbst hinein.
  4. Bei uns besteht keine Infektionsgefahr durch Zeckenbisse.
    In ganz Deutschland können Zecken die so genannte Lyme-Borreliose übertragen. Gegen diese Krankheit ist keine Impfung möglich. FSME-Übertragungen werden vor allem in Süddeutschland beobachtet. Ob eine Person gefährdet ist, hängt jedoch nicht nur von ihrem Wohnort, sondern von ihrer Mobilität und ihrem Freizeitverhalten ab.
  5. Mit der richtigen Kleidung kann ich mich schützen.
    Im Prinzip halten Gummistiefel und lange Hosen Zecken ab oder zumindest auf. Sicheren Schutz kann Kleidung allein jedoch nicht gewähren. Zecken können eine ganze Zeit herumkrabbeln und nach einer geeigneten «Bissstelle» suchen.
  6. Rechtzeitiges Entfernen der Zecke reicht aus.
    FSME-Viren können schon unmittelbar nach dem Biss übertragen werden. Von Borreliose-Erregern nimmt man an, dass die Übertragung erst nach längerem Saugen erfolgt. Allerdings gibt es auch hierbei Hinweise auf Infektionen innerhalb kürzerer Zeit.